Reiseapotheken und
Hausapotheken

wurden bereits im Mittelalter geschätzt, um alltäglichen Beschwerden in Eigenregie zu Leibe zu rücken. Reiseapotheken wurden in größerem Umfang bereits im 17. Jahrhundert hergestellt, heute sind hauptsächlich englische Hausapotheken des 19. Jahrhunderts und homöopathische Hausapotheken unterschiedlicher Größe und Ausfertigung erhalten geblieben. Mit der Formulierung der homöopathischen Therapie durch Samuel Hahnemann um 1800 standen im 19. Jahrhundert neue Therapiemöglichkeiten zur Verfügung, die für eine Selbstmedikation gut geeignet waren und Hausapotheken deshalb zu noch weiterer Verbreitung verhalfen.


 

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Homöopathische Hausapotheke von Dr. Wilmar Schwabe, Leipzig.

Auf dem Etikett im Deckel sind alle Inhaltsstoffe numerisch aufgezählt, die Flächschen sind mit den entsprechenden Nummern versehen.

Um 1880.

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Homöopathische Hausapotheke für Tiere "Thier-Apotheke",
vertrieben von
Karl Otte, Hamburg, Fischmarkt 9.

Hergestellt wurde der Kasten mit Inhalt allerdings von Dr. Wilmar Schwabe in Leipzig.

Um 1890.

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Homöopathische Hausapotheke von "der Homöopathischen Central-Apotheke Hofrat V. Mayer, Cannstatt".
Der Inhalt, sämtlichst in D6-Potenz, ist im Deckel nach Nummern aufgeführt. Die entsprechenden Nummern befinden sich auf den Korken der Röhrchen. Hochwertig gearbeiteter Holzkasten,
um 1900.

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Von Sam. Fr. Holtsapfel in Grub bei Coburg gefertigter Kasten.


Innen mit violettem Samt bezogen, die Fläschchen aus farblosem Glas mit Schliffstopfen und Bodenabriß.


Zum Inhalt sind leider keine Angaben mehr vorhanden.
Seltener Hersteller.

Um 1870.

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Aussergewöhnlicher Kasten, angefertigt möglicherweise für einen Bader oder einen Wundarzt.

Enthalten sind zahlreiche, mit Ledertekturen versehene Fläschchen, Blechdosen, Werkzeuge - und sogar eine Münzwaage aus Nürnberger Fertigung. Diese Münzwaage wurde in eine kleine Schublade eingepasst. Weiterhin gibt es einen komplizierten Geheimfach-Mechanismus, um einen verborgenen Bereich des Kastens zu öffnen.

Um 1800.








Nürnberger Münzwaage von
Johann Gabriel Sigler.

 

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Süddeutsche Reiseapotheke, wie sie typischerweise im 17. und frühen 18. Jahrhundert gefertigt wurden.

Der Kasten ist aus Eichenholz gemacht und mit eisernen Bändern versehen.




Die vorderen Ecken lassen sich nach Aufklappen des Deckels seitlich aufschwenken. Es kommen zahlreiche Schubladen zum Vorschein, in denen Arzneien gut geschützt transportiert werden konnten. An Gefäßen sind Glasflaschen mit Zinn-Schraubverschluss und Zinnbüchsen (ebenfalls mit Schraubdeckel) enthalten. In den Flaschen waren flüssige Zubereitungen, in den Zinnbüchsen wurden Salben aufbewahrt. Die Schubladen boten Platz für kleine Utensilien, in Papier eingeschlagene Medikamente, teilweise auch Waagen und Gewichte.

Um 1700.

   




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