Vormetrische Medizinalgewichte

sind die zeitlich älteren Medizinalgewichte, die vor der Einführung des metrischen Systems hergestellt und verwendet wurden. Je nach Region und Land gab es unterschiedliche Schweren für das verwendete Medizinalpfund (Apothekerpfund). Die genaue Schwere und Unterteilung war gesetzlich vorgeschrieben. Viele Städte verwendeten das Nürnberger Medizinalpfund mit einer Masse von 357,66g. Es war unterteilt in 12 Unzen zu je 8 Drachmen (zu je drei Skrupel), und die Masse basierte auf dem Gewicht eines weißen Pfefferkornes (Gran).
Somit ergab sich:
1 Medizinalpfund = 12 Unzen = 96 Drachmen = 288 Skrupel = 5760 Gran.

Apothekerpfund und Handelspfund unterschieden sich hinsichtlich Masse und Unterteilung also erheblich.


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Einzelnes Medizinalgewicht mit bayerischer Eichung zu zwei Drachmen. Das einer 3 ähnelnde Zeichen bedeutet "Drachme", die beiden "i" stehen für 2.

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Medizinalgewichte-Satz in einem polierten Holzkasten aus der Biedermeier-Zeit.
Hergestellt von Andreas Bankel (auf dem Messing-Kläppchen gekennzeichnet) in Nürnberg, um 1820.
Das größte Gewicht hat die Masse von einem Medizinal-Pfund. Unter dem Kläppchen befinden sich die Obolen und Grangewichte.

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Medizinal-Gewichtsatz in einer Spanschachtel aus Nürnberg, um 1800.
Auf dem Deckel ist ein Papierschild aufgeklebt mit der Aufschrift:
"3 Untz(en) oder 1/4 Pfund abgezogenes Medicin Gewicht, gröstes Stück mit obigem Zeigen (Zeichen) bezeignet". Der Satz enthält Unzen und Drachmen- Gewichte in Pyramidenstumpf-Form. Obolengewichte von 10, 20, 30 und 40 Gran. Foliengewichte von 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9 und 10 Gran, jeweils in doppelter Ausfertigung. Der gesamte Inhalt wiegt zusammen 3 Unzen, wie auf dem Deckel angegeben.
Papierschild und das Gewicht zu einer Unze sind jeweils mit dem Meisterzeichen "Palmzweig" von Johann Jakob Wild versehen.

 

 

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Medizinalgewichte-Satz wie zuvor, jedoch in einem Holzkästchen mit Klappdeckel und Waage, die Gewichte befinden sich in einer Schublade unter dem Fach für die Waage. Die gesamte Box misst 13,4 x 6,9 x 6,5cm (BxTxH).
Hersteller ist Tobias Martin Kolb aus Nürnberg, um 1770. Bei diesem Gewichtsatz sind die Gewichte zu 1 Unze und 1/2 Unze (zweimal vorhanden) mit der Meistermarke von Kolb gekennzeichnet.

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Spanisches, achteckiges Medizinalgewicht zu 3 Onzas. Geeicht von Haupteichmeister Ildefonso Urquiza (ab 1815 - die Apothekergewichte mussten laut Vorschrift vom Haupteichmeister geeicht werden), Kastilien.
Das Spanische Libra Medicinalis zu 345,07g war, wie das Nürnberger Medizinalpfund, in 12 Unzen (Onzas) unterteilt.

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Medizinalgewichte-Kasten von Joannes Franciscus Wolschot aus Antwerpen, der neben den Medizinalgewichten auch eine Waage enthält.
Auf dem Etikett im Deckel steht:
"Dese Apothekers ghewichten woorden Gemaeckt by Joan Fr. Wolschot Balans-maecker tot Antwerpen"

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Wolschot war tätig von 1730 bis 1765.

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