Fälschungen

 

Überall dort, wo Gegenstände aufgrund eines gewissen Wertes, oder wegen ihrer Seltenheit oder Schönheit gefragt sind, werden früher oder später Repliken dieser Gegenstände auftauchen, um die Nachfrage des Marktes zu befriedigen.
Ob diese Fälschungen in guter oder schlechter Absicht angeboten wurden, ist spätestens nach ein paar Jahrzehnten unerheblich. Die Repliken sind vorhanden, und der Sammler ist gezwungen, zwischen echt und unecht zu differenzieren, um kein Geld zu verlieren. Ärger über den Erwerb falscher Kunstgegenstände verdirbt die Freude am Sammeln, weshalb wir dazu beitragen möchten, Ihnen durch unsere "Fälschungsgalerie" Fehlinvestitionen zu ersparen. Wer unsicher ist, kann durch Vergleich mit den Bildern der uns bekannten Fälschungen vielleicht einen Fehlkauf vermeiden. Alle unten gezeigten Einsatzgewichte sind mit Sicherheit falsch, also Nachbildungen. Typische Meisterzeichen, wie sie nur auf falschen Einsatzgewichten vorkommen, sind unter der Rubrik "Meisterzeichen" am unteren Ende aufgeführt. Über Nürnberger Einsatzgewichte hat der Betreiber dieser Seite en Buch veröffentlich, in dem echte und nachgemachte Einsatzgewichte beschrieben und abgebildet sind. Weitere Informationen darüber gibt es hier.


 

Falsche Gläser und Flaschen

Bei Online-Auktionen werden kaltbemalte Apothekengläser und Holzdosen in großer Zahl als Stücke aus dem 18. Jahrhundert angeboten und meist zu Preisen von mehreren hundert Euro verkauft. Echte Gläser mit originaler floraler (alter) Kaltmalerei kommen nur höchst selten vor. Dementsprechend sind alle angebotenen polychrom bemalten Stücke definitiv falsch, und zwar mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit. Es handelt sich zwar um altes Glas, die Bemalung ist aber komplett neuzeitlich - das ergibt in der Summe einen hohen Preis. Mit welcher Dreistigkeit den Sammlern hier von immer den selben Anbietern für selbstgebastelte Antiquitäten viel Geld aus den Taschen gezogen wird, ist beispiellos. Andererseits wären viele Sammler gut beraten, sich vor zweifelhaften Anschaffungen besser zu informieren. Ich wünsche mir, dass die verantwortlichen Anbieter dafür irgendwann zur Rechenschaft gezogen werden.

Im Folgenden zwei Beispiele, damit Sie sich ein Bild vom Stil des Fälschers machen können:

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Unter der Rubrik Gefäße / Glas finden Sie ganz unten ein Glas mit Kaltmalerei, dessen Bemalung tatsächlich aus dem 18. Jahrhundert stammt. Betrachten Sie dessen Beschaffenheit, um Repliken besser erkennen zu können. Und lassen Sie sich nicht davon täuschen, dass es sich um mundgeblasene alte Flaschen handelt - denn mit Kenntnis der neuzeitlichen Bemalung würden Sie das Glas kaum haben wollen. Es kann hier auch nicht von Restauration die Rede sein, denn Restauration steht gewiß nicht für ganzheitliche Erneuerung. Übrigens: Auch eine unbeschriftete hölzerne Dose oder Spanschachtel wird durch das Hinzufügen einer apothekentypischen Aufschrift gleich viel wertvoller - denken Sie also einmal darüber nach, ob die Masse angebotener "echt alter Apothekengefäße" nicht vielleicht zur Erhöhung des Verkaufserlöses ein wenig aufgehübscht wurde. Tinte ist geduldig, und Acrylfarbe ist es gewiß auch. Ausserdem ist es doch ziemlich auffällig, wie viele Gefäße mit Opium am Markt auftauchen. Aber auch Vipern und Mumia steigern den Verkaufswert ganz enorm!

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